F wie Fülle, Friede, Freude

07.02.2021


Ein erfülltes Leben? Gibt es das? Ist das möglich für alle - oder nur für ein paar seltene Glückspilze? Was sagt die Bibel dazu und was könnte ich tun, um den «Füllegrad» meines Lebens zu steigern?

Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen - Leben in ganzer Fülle. (Jesus, in Johannesevangelium 10,10).

Diese Ansage ist gemacht. Was könnte ich von Jesus lernen, um selbst in mehr Fülle zu leben? Er machte sich offensichtlich keine Sorgen ums Materielle. Er lebte als einfacher, wohl eher armer Wanderprediger, aber seine äusseren Bedürfnisse wurden immer gedeckt.

Er blieb unabhängig von den Meinungen der Menschen. Der Widerstand seiner Gegner führte nicht dazu, dass er seine Haltungen und Überzeugungen änderte. Er blieb sich treu, auch wenn es ihn schliesslich alles kostete.

Er durchbrach Naturgesetze und konnte Kranke heilen. Selbst der Tod konnte ihn nicht halten. Er starb schon als junger Mann, nach weltlichen Massstäben ohne Erfolg, eigentlich ganz unten, wie ein Verbrecher gefoltert und blossgestellt. Er hat nicht einmal selbst etwas Schriftliches hinterlassen. Trotzdem waren viele Menschen so sehr von ihm berührt und begeistert, dass eine Bewegung entstand, die die Welt veränderte.

Die Fülle, die Jesus verspricht, ist nicht identisch mit den Bildern, die unsere Medien von erfolgreichen Menschen zeigen. Ist Erfüllung und Erfolg dasselbe? Wie gross ist die Schnittmenge? Unter welchen Umständen ist Erfolg auch Erfüllung?

Ich bin überzeugt, dass Gott uns ein erfülltes Leben schenken will. Dazu gehörte damals und heute auch Hilfe in Krankheit und das tägliche Brot. Nicht unbedingt Macht und Reichtum - sogar eher nicht. Dafür innerer Frieden und die Kapazität zu tun, was man für richtig hält. Wohl noch die Bereitschaft was man hat mit anderen zu teilen. Fülle zeigt sich im Überfliessen zu anderen. Überfülle.

Wir könnten von Jesus lernen aus der Position als Töchter und Söhne Gottes zu leben. Vertrauend - was wir haben und sind reicht. Im Bewusstsein, dass Gott uns gibt, was wir brauchen, heilt wo wir verletzt sind. Statt in Sorge und Mangel, im Vertrauen, dass er hilft, durchträgt, verändert, wo wir es brauchen.

Weiter können von Jesus lernen uns nicht zu verschliessen, sondern offen zu sein in Dankbarkeit und bereit Empfangenes auch zu teilen. Unverkrampft nach individueller Möglichkeit und Kraft. Ich bin überzeugt, dass sich unsere Fülle, unser Frieden und unsere Freude vermehren wird.

Einen mentalen Wechsel von einem Mindset des Mangels zu einer Lebenshaltung der Fülle, kann durch meditatives Gebet unterstützt werden.